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of the letter a
  • Abmahnung

25 Oktober 2019

Die Abmahnung im Arbeitsrecht stellt eine tatsächliche Erklärung des Arbeitgebers dar, durch die er dem Arbeitnehmer deutlich macht, dass das pflichtwidrige Verhalten nicht weiter hingenommen wird. Eine Abmahnung liegt vor, wenn der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer ausreichend deutlich Leistungsmängel aufzeigt und für den Wiederholungsfall arbeitsrechtliche Konsequenzen androht. Insofern beinhaltet die Abmahnung eine Warnung und die Ankündigung von Konsequenzen für ein weiteres Fehlverhalten.

Die Abmahnung stellt einerseits für den Arbeitgeber eine hinreichende Grundlage für die Zukunftsprognose dar, da nach einer weiteren Pflichtverletzung nach erfolgter Abmahnung davon auszugehen ist, dass der Arbeitnehmer das vorwerfbare Verhalten auch in Zukunft nicht abstellen wird. Andererseits stellt die Abmahnung eine letzte Warnung für den Arbeitnehmer dar, denn es ist davon auszugehen, dass der Arbeitnehmer, dem die Konsequenz seines Verhaltens (die Kündigung) vorher durch Abmahnung mitgeteilt wird, sein Verhalten danach ausrichten wird, bzw. erstmals von dem Fehlverhalten Kenntnis erlangt.

Nur in Einzelfällen von besonders schwerwiegenden Pflichtverletzungen oder dann, wenn eine Verhaltensänderung in Zukunft nicht zu erwarten ist, ist eine Abmahnung nicht vor Ausspruch der Kündigung erforderlich.

Die Abmahnung ist nicht an eine bestimmte Form gebunden, sie kann daher nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich erklärt werden, wobei es sich aus Beweiszwecken empfiehlt, die Abmahnung schriftlich zu erklären. Auch eine unwirksame Kündigung, z. B. weil vor der Kündigung keine Abmahnung ausgesprochen wurde, kann als hinreichende Abmahnung angesehen werden, denn der Arbeitnehmer wurde auch in diesem Fall gewarnt und die Konsequenzen des Verhaltens aufgezeigt.