Die Haftung des GmbH bzw. UG-Geschäftsführers

5. März 2015

Wer sich für die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) entscheidet, tut dies meist bewusst, um persönliche Haftungsrisiken auf ein erträgliches Minimum zu beschränken. Dies gilt vorrangig für die Gesellschafter, denn mit der Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister greift das Haftungsprivileg, nach welchem für sämtliche Verbindlichkeiten, die nach der Eintragung begründet werden, lediglich das Gesellschaftsvermögen haftet. Aber wie sieht es aus mit der Haftung der Geschäftsführer?

 

Der Geschäftsführer hat bei der Erfüllung seiner Pflichten die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden, wie § 43 Abs. 1 GmbH statuiert. Verletzt er diese Pflichten, haftet er nach § 43 Abs. 2 GmbH der Gesellschaft gegenüber. Zu seinen Pflichten gehören die Einhaltung von sog. Sorgfaltspflichten – in diesem Pflichtenkreis treten immer wieder Probleme auf bei risikoreichen Geschäften auf. Daneben ist der Geschäftsführer selbstverständlich dafür verantwortlich, dass das Gesetz eingehalten wird, ebenso die Satzung und die Beschlüsse der Gesellschaft. Eine wichtige Kernnorm ist der § 30 GmbHG. Hierbei geht es um die Pflicht zur Kapitalerhaltung, die der Geschäftsführer zu verantworten hat. Denklogisch zwingend besteht dann auch die Pflicht des Geschäftsführers zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen. Ferner trägt der Geschäftsführer die Pflicht für eine ordnungsgemäße Buchführung gem. § 9 a GmbHG. Last but not least muss der Geschäftsführer in sämtlichen seiner Entscheidungen die sogenannte Allgemeine Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft beachten, das heißt er darf mit seinem Handeln nicht der GmbH schaden und muss sich zu jeder Zeit loyal verhalten.

 

Die so gefürchtete persönliche Haftung des Geschäftsführers gegenüber Dritten kommt regelmäßig bei Verletzung von Schutzgesetzten im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB bzw. sonstiger deliktischer Haftung in Betracht. Auch aus der oben schon aufgezeigten Insolvenzantragspflicht kann eine Haftung nach außen entstehen, wenn jemandem durch den Pflichtverstoß ein Schaden entstanden ist. Denkbar ist auch die Haftung wegen eines Verstoßes gegen die Abgabenordnung. Im Übrigen kommt eine Haftung als Vertreter ohne Vertretungsmach nach § 179 BGB in Frage.

 

Selbst diese äußerst komprimierte und verkürzte Darstellung zeigt, Haftungsrisiken gibt es für denjenigen, der Verantwortung als Geschäftsführer übernimmt, zahlreiche. Die Herausforderung liegt darin, diese von vornherein zu erkennen und zu vermeiden. Die Beratung im Vorfeld und die laufende Beratung zu praktischen Fragen der Geschäftsführertätigkeit zahlt sich aus, da Risiken reduziert werden können. Aber auch wenn bereits konkrete Vorwürfe im Raum sind, ist das letzte Wort nicht gesprochen. Hier ist zügig die Sach- und Rechtslage zu klären, um größeren Schaden zu verhindern und die persönliche Haftung soweit möglich abzuwehren oder die Gesellschaft vor weiterem Schaden durch schadhaftes Verhalten eines Geschäftsführers zu bewahren. KUHLEN berät Sie hierzu gerne.